Freitag, 29. Mai 2015

*Ich habe einen großen Vorteil…*

*Hier* habe ich Euch davon erzählt, wie bei mir ein Lieblingsteil entsteht!


Stoff und Schnittmuster und wie sie miteinander harmonieren sind da sicherlich wichtige Faktoren, aber was dann der wirklich entscheidende Punkt ist: Passt das genähte Stück denn überhaupt zu mir, zu meiner Figur, meinem Stil, meinen anderen Klamotten...


Und jetzt kommt mein großer Vorteil! Ich  kenne da nämlich jemanden und sie vernäht genau die Schnittmuster, welche mir auch  gut gefallen. Außerdem vernäht sie ähnliche Stoffe, wenn auch nicht in "meinen" Farben, so doch in Zusammensetzung und Qualität.

Okay, das ist nun nicht so ein ganz großer Vorteil, aber das ist ja auch nicht der einzige Vorteil (jetzt  nur ganz rein nähtechnisch betrachtet).


Der weitere Vorteil ist nämlich richtig, richtig toll, denn sollte ein Kleidungstück perfekt an ihr sitzen, kann ich davon ausgehen, dass ich diesen Schnitt genauso für mich nähen kann und es wird ebenso schön bei mir sitzen (okay, ein paar Ausnahmen wird es wohl geben, aber daran arbeiten wir).


Ich spare mir also das ein oder andere Mal ein Probeteil, ich sage Euch, ein wahrer Luxus so eine „Probenäherin“ ;-)

Und so bin ich auch zu dieser Bluse gekommen…. Der Schnitt ist FrauMia von Schnittreif / Fritzi und hat mich so gar nicht überzeugt… bis ich dann ein Bild geschickt bekommen habe mit einer wunderschönen FrauMia. Da wusste ich dann, das könnte doch ein Schnitt für mich sein  (kleinste Größe, um 4 cm verlängert).

Ich habe für meine Bluse Ciel Blau von Atelier Brunette gewählt und ich finde, dass er perfekt zu dem Schnitt passt (wusste ich aber auch vorher schon, denn siehe oben, die FrauMia auf dem Bild war aus diesem Stoff genäht). Er erinnert mich vom Anfassen her an leichte Oberhemden und ich glaube, ich werde für Blusen und Tunika nur noch diesen verwenden… genau so eine Qualität habe ich schon lange gesucht!


Mir gefällt meine neue Bluse sehr gut, ein Schnitt, welchen ich sicherlich noch öfters nähen werde und eine tolle Alternative zu FrauFrida. Nur der Ausschnitt, welcher mit Beleg gearbeitet wird, gefiel mir nicht hundertprozentig, da er leicht abstand. Ich habe den Beleg kurzerhand wieder abgetrennt, den Ausschnitt minimal vergrößert und ein Schrägband von innen angenäht.

Gefällt mir nun viel besser!

Wer sich nun fragt, auf wessen Nähkünste ich mich verlasse, den schicke ich heute Abend noch *hier* hin…


Meine Liebe, es ist mir jedes Mal ein Vergnügen, nicht nur das Nähen, viel mehr noch all das Andere...

Herzlichst,
Tessa

Mittwoch, 20. Mai 2015

*STERNE gehen IMMER*


*Werbung*

Das dachte ich auch, stimmt aber nicht… zumindest nicht bei mir!


Aber der Reihe nach… im Rahmen der Supertesteraktion des Nähparks durfte ich auch die Bernina 750 testen (*hier* und *hier* findet Ihr weiter Infos).


Bei der Bernina wollte ich auf jeden Fall testen, wie sie mit sehr dickem Material zurechtkommt und nach einer Ledertasche (*hier*), wollte ich noch einen lang gehüteten alten Bundeswehrseesack vernähen.


In diese Tasche von Frau Allerbestes hatte ich mich vor langer Zeit schon verguckt und da ich den Schnitt ( Ayra, mittlere Größe, von Machwerk) bereits einige Male genäht hatte (tsst, keine einzige Tasche hat es hier hin geschafft), stand die Entscheidung fest…


Das weiche Glitzer-Lammleder vom großen Auktionshaus sollten die Tasche perfekt machen. Nieten, Lederlabel – eine Traumtasche, ich könnte sie die ganze Zeit nur anschauen, so gut gefällt sie mir.

 

Die ganze Sache hat nur einen Haken – die Tasche gefällt mir nicht für mich! Sie scheint nicht zu mir passen zu wollen, dabei hat sie die perfekte Größe und ich mag alles an iht.

Ist Euch so etwas auch schon mal passiert? Ihr denkt stundenlang darüber nach, wie eine Tasche perfekt werden könnte, plant jedes Detail, opfert Lieblingsstoff, näht stundenlang und die Tasche scheint perfekt, nur nicht für Euch? Mir ist das bis jetzt noch nicht passiert (und ich hoffe, dass das auch nicht wieder verkommen wird).

Ich kann noch nicht mal sagen, woran es genau liegt...


Daher frage ich jetzt mal in die Runde, ob es evtl. jemanden gibt, bei dem die Tasche gut aufgehoben wäre? Wenn ja, denn gerne eine Mail an mich :-)

Die Bernina hatte übrigens wirklich was zu tun bei so viel Lagen Seesack, Leder und Volmenvlies, aber sie ist durchgegangen wie Butter, ich war wirklich beeindruckt…


Für alle, die schon länger um den Taschenschnitt schleichen: Er ist wirklich toll. Bei allen Machwerkschnitten, welche ich bis jetzt genäht habe (und das sind viele, viele), passte alles haargenau und die Anleitung ist so gut durchdacht, perfekt bebildert und beschrieben, da kann einfach nichts schief gehen.

Herzlichst,
Tessa

Samstag, 16. Mai 2015

*Wie entstehen Lieblingsteile?*


Ich höre immer wieder mal: Alle Deine genähten Sachen scheinen absolute Lieblingsteile zu sein. Ist da nie ein Teil für die Tonne mit dabei? Wie machst Du das?

 
Zu aller erst: Die Teile für die Tonne zeige ich hier ja nicht, evtl. kann man *hier* auf Intsa einen kleinen Blick auf sie erhaschen ;-) und leider gibt es die auch bei mir!

Zum anderen habt Ihr sicherlich schon bemerkt, dass es hier recht ruhig geworden ist. Das liegt zum einen daran, dass gerade die Zeit zum Nähen und bloggen einfach sehr knapp ist und zum anderen eben auch daran, dass ich nicht mehr ganz so viel für mich nähe wie noch vor ein paar Jahren (dafür aber ganz gezielt) und wenn, dann versuche ich Lieblingsteile zu nähen und da kann es dann auch schon mal dauern, bis ein Kleidungsstück fertig ist.

 
Den Vögelchenstoff von Kokka aus dem Stoffbüro habe ich seit März hier liegen, bestellt für einen ganz bestimmten Schnitt. Der Stoff kam und ich war sofort verliebt, soooo eine tolle Qualität, er fühlt sich glatt und weich zugleich an und schimmert ein wenig. ABER er schien auf einmal nicht mehr zu meinem Schnitt passen zu wollen.

Also lag er hier und wurde tagelang angeschaut. Wie er vernäht aussehen sollte wusste ich, aber ich konnte einfach keinen passenden Schnitt finden. Ich habe dann FrauEmma von Schnittreif genommen und angefangen, den Schnitt nach meiner Vorstellung zu verändern:

-          zum Kleid in A-Form verlängert
-          Ausschnitt vergrößert

Bis der Schnitt dann so saß, wie ich es mir vorgestellt habe, waren drei Probekleider notwendig (hier nehme ich gerne alte Bettwäsche).

Über all meinen Schnittveränderungen hatte ich die bestellte Stoffmenge ganz außer Acht gelassen, die reichte nun leider nicht mehr. Also wieder hin und her überlegen und zum Schluss habe ich das Rückenteil nochmals mit einer Paspel unterteilt.


Genäht war das Kleid dann ganz flott. Den Ausschnitt hatte ich zuerst mit Schrägband versäubert, was mir aber nicht wirklich gefallen hat. Also habe ich auch das nochmals aufgetrennt und nun hat der Ausschnitt einen Rollsaum und eingezogenes Gummi.

  
Auch den aufgesetzten Tunnelzug habe ich bestimmt dreimal gesteckt, bis er an der richtigen Stelle gesessen hat.

 
Jetzt ist es ein Lieblingskleid geworden, aber es hat viele Stunden Zeit gekostet. Lieblingsteile brauchen manchmal viel Zeit (und manchmal sind sie ganz schnell genäht).


Wenn sie dann aber fertig sind und man sie am liebsten in Dauerschleife tragen möchte, dann hat sich all das gelohnt…

Habt ein schönes Wochenende,
herzlichst,
Tessa